Einbruchzahlen rückläufig – in Berlin

Einbruchzahlen
sinken in Berlin

Die Zahl der Einbrüche ist in Berlin gesunken. Während die Zahl der Einbrüche von 2010 auf 2011 um gute 26% stieg, meldet der Berliner Polizeipräsident für den Zeitraum 2012 bis 2013 einen bemerkenswerten Rückgang um gute 12%.

Zahlen für Einbruch sinken

Berlins Innensenator Henkel und der Berliner Polizeipräsident Klaus Kandt haben Anlass zur Zufriedenheit: die Einbruchszahlen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern sind im Rückgang! Die Einbruchzahlen für Einfamilienhäuser sind leider im gleichen Zeitraum um 2.8% gestiegen – hier besteht offensichtlich noch Handlungsbedarf.

Bekämpfung der Einbruchskriminalität

Für die Berliner Polizei ist die Bekämpfung der Einbruchskriminalität zum Brennpunktthema geworden. Sowohl der Innensenator als auch der Polizeipräsident führen ihre ersten Erfolge auf das neue Sicherheitskonzept der Berliner Polizei zurück. Dazu zählen

  • Neu gegründete Fahndungseinheiten zur Bekämpfung von Einbrüchen.
  • Zeugen unterstützen die Aufklärung und verständigen bei Verdacht den polizeilichen Notruf. „110“ – drei von vier Einbrechern werden durch Mitwirkung aufmerksamer Nachbarn gefasst.
  • Polizeiliche Einbruchsberatung wird verstärkt in Anspruch genommen. Dies führt zu besseren Maßnahmen zum Einbruchschutz, deren Wirkung sich klar feststellen lässt: die Quote der versuchten Einbrüche sei gestiegen. „Das ist gut, weil das gescheiterte Einbrüche sind.“ – so Kandt.

Berlins Innensenator Frank Henkel:

„Wir haben einen klaren Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Einbrüchen gelegt und den Fahndungsdruck deutlich erhöht. Das zahlt sich allmählich aus. Gerade nach Einbrüchen fühlen sich Menschen besonders schutzlos, weil ihr intimster Rückzugsraum verletzt wurde. Deshalb sind die gesunkene Fallzahl und die gestiegene Aufklärungsquote eine gute Nachricht. Die Polizei hat sehr viel Kraft investiert. Ich gehe davon aus, dass einige Maßnahmen, etwa die neuen Fahndungseinheiten, ihre volle Wirkung erst noch entfalten. Selbstverständlich sind auch die verbesserten Zahlen kein Grund zum Jubeln. Es zeigt sich aber, dass wir dort, wo wir Schwerpunkte setzen, auch erfolgreich sind. Ich hoffe, dass in Zukunft noch mehr Menschen die Einbruchsberatung der Polizei nutzen, die wir wieder kostenlos gemacht haben.“

Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt:

“Die neuen Maßnahmen zum Schutz vor Einbruch greifen, wir werden das Sicherheitskonzept konsequent fortsetzen. Wohnungseinbrüche treffen die Berlinerinnen und Berliner besonders hart. Deswegen hat der Schutz vor Einbruch für mich hohe Priorität! Mich freut, dass viele Ermittlungserfolge durch aufmerksame Nachbarn möglich waren. Der Anteil der Festnahmen nach Bürgerhinweisen konnte in den letzten zwei Jahren erheblich gesteigert werden. Daher bitte ich die Bevölkerung: Rufen Sie den Notruf ‚110’ wenn Sie etwas Verdächtiges beobachten!“

Aufklärungsquote gestiegen

Die Aufklärungsquote für Wohnungseinbrüche hat sich mehr als verdoppelt. Das sieht aus wie eine gute Nachricht, birgt in sich allerdings eher das Potential für einen Skandal – die Aufklärungsquote selbst beträgt karge 6,1%! Während bundesweit etwa jeder 6. Einbruch aufgeklärt wird, ist es in der Hauptstadt nur jeder 16. Einbruch. Mit anderen Worten: 93,9% aller Einbrüche werden nicht geahndet …

Quelle:http://www.berliner-zeitung.de/berlin/einbruchstatistik-in-berlin-zahl-der-einbrueche-gesunken,10809148,25628702.html
Quelle: http://www.berlin.de/sen/inneres/presse/pressemitteilungen/2013/pressemitteilung.35259.php
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/vorlaeufiger-trend-zahl-der-wohnungseinbrueche-sinkt-in-berlin/8979556.html

 

Einbruch – ein komplexes Delikt

Einbruchdiebstahl
ein komplexes Delikt

Ein Einbruch – im offiziellen Jargon Einbruchdiebstahl – ist in seiner Wirkung ein komplexes Delikt. Drei archaische Instinkte speisen unsere Angst vor Verbrechen – Liebhabern von Horrorfilmen sind sie wohlbekannt: Fremde, Dunkelheit und Nässe (Schmutz).

Fremde

unbekannte Personen nehmen wir als Bedrohung war; unsere ganze Zeitalter währende Organisation in kleinen Gruppen – Clans – bietet hier die Vorlage. Noch im 20. Jahrhundert wurden Völker der Steinzeitkultur entdeckt, die die Bezeichnung Mensch nur auf sich selbst anwendeten – nicht aber auf andere “Menschen”. Auch wir lassen heute für Menschen aus unserer „In-Group“ andere Regeln gelten als für Aussenseiter.

Dunkelheit

Sie stellte bis zur Beherrschung des Feuers ein lebensgefährliches Risiko dar – eine Legion nachtaktiver Räuber verbannte das junge Menschenvolk in kleinen Gruppen zur Übernachtung in die Bäume. Erst nach der Entdeckung des Feuers vor ca. 2 Millionen Jahren erhöhte sich nach und nach die Bewegungsfreiheit auch in die Nacht. Heute noch reagieren wir körperlich auf Dunkelheit: wir schalten z.B. die Fluchtbereitschaft an.

Nässe

Schauen Sie sich mal einen schwimmenden Schimpansen an. Da können Sie leicht erkennen, wie sich unsere Vorfahren im Wasser gefühlt haben. Kamen zur Nässe noch Kälte und Schmutz, konnten nur noch hochleistungsfähige Immunsysteme unsere Altvorderen schützen – die nächste medizinische Versorgung lag schließlich noch in weiter Zukunft.

Furchtelemente des Verbrechens

Von diesen drei sog. “Furchtelementen” des Verbrechens – Fremde, Dunkelheit, Nässe/Schmutz – finden wir die ersten beiden beim Einbruchdiebstahl wieder: fremde Personen dringen bei Dunkelheit in unsere Wohnung ein.

Opfer von Einbrüchen stehen deswegen nicht nur materiellen Verlusten gegenüber; diese sind oft zu verschmerzen. Die psychische Belastung durch den Einbruch zwingt die Opfer aus der Wohnung und aus der Realität in einen angstgeplagten Albtraum. Viele brauchen professionelle therapeutische Hilfe, um ihm zu entkommen.

Auch kann nicht trösten, dass lediglich mager 16% der Einbruchdiebstähle überhaupt aufgeklärt werden. Die Polizeiarbeit beschränkt sich auf sogenannte Beileidsbesuche. Sie sind natürliche eine formale Voraussetzung für Versicherungsleistungen.

Etwa jeder sechste Bürger fürchtet Opfer eines Einbruchs zu werden. Tatsächlich ist es aber nur jeder dreiunddreißigste.