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Ist Einbruchschutz Privatsache?

Einbruchsdiebstahl
ein lohnendes Gewerbe?

In allen bekannten Krimiserien haben die Bösewichte kaum Chancen. Ist der Einbruch entdeckt, rückt die Kripo an, uniformierte Polizisten sichern den Tatort, befragen Nachbarn sowie potentielle Zeugen und alle warten ehrfürchtig auf die Superhelden der kriminaltechnischen Spurensicherung: hier werden – wir kennen das aus dem Fernsehen – minutiöse Handlungsabläufe sowie eindeutige Identitäten festgestellt. Eine Festnahme der Verbrecher ist nur noch Formsache und nach 45 Minuten Sendezeit erledigt. Die Wirklichkeit sieht anders aus – nur jeder sechste Einbruch wird aufgeklärt.

Nur jeder sechste Einbruch wird aufgeklärt

Knappe 16% der Einbrüche werden bundesweit aufgeklärt – regionale Abweichungen sind erheblich; in Hamburg und Berlin liegt die Aufklärungsquote im einstelligen Bereich. Wird ein Einbruch überhaupt zur Anzeige gebracht, um z.B. entsprechende Versicherungsleistungen zu beanspruchen, so kommen unsere Freunde und Helfer in aller Regel lediglich zu einem sog. „Beileidsbesuch“. Dabei werden formale Daten aufgenommen; eine weitere Ermittlungsarbeit scheitert allerdings an der Personalausstattung der Polizei. Sollte es tatsächlich einmal zu kriminaltechnischen Ermittlungen kommen, so ist das noch kein Grund zur Freude. In Nordrhein Westphalen müssen Rückstände von mehreren Jahren aufgearbeitet werden.  

Reine Notrufpolizei

In Hamburg sind die Aufklärungsquoten rückläufig. Von 1121 Delikten wurden im Jahr 2013 nur 73 aufgeklärt. Das sind gerade mal 6,5% – im Vorjahr waren das noch 2% mehr. So warnt Karl-Heinz Warnholz, Innenexperte der CDU: „Die Tendenz in diesem wichtigen Feld ist grausam.“ Und so fordert er „den Verfolgungsdruck massiv zu erhöhen“. Schützenhilfe leistet ihm hierbei der Chef der Polizeigewerkschaft Joachim Lenders. Er wirft dem Hamburger Polizeipräsidenten eine „völlig verfehlte Organisationspolitik“ vor. Lenders: „Es sind viel zu wenig Streifenwagen präventiv (vorbeugend) in den Wohnvierteln unterwegs. Wir verkommen zu einer reinen Notruf-Polizei!“

Mehr Vorbeugung

Veit Schiemann von der Opferhilfeorganisation Weißer Ring bestätigt: „Die psychischen Folgen von Wohnungseinbrüchen werden total unterschätzt. Viele Bestohlene verlieren das Vertrauen in ihre Wohnung. Oft haben sie auch Angst, dass der Einbrecher wieder kommt oder jemanden schickt. Die Folgen können von Schlafstörungen bis zu schweren Traumata reichen.” Und so ruft er zu mehr Vorbeugung auf. In Deutschland stehe nicht einmal ein Euro pro Bürger und Jahr für vorbeugende Maßnahmen gegen Straftaten zur Verfügung. Obwohl die polizeiliche Beratung kostenlos sei, seien Wohnungen in Deutschland noch immer nicht gut gesichert.

Ist Einbruchschutz Privatsache?

Und so führt uns die Sachlage zur Erkenntnis: Einbruchschutz ist Privatsache – wenigstens zurzeit. Wer die wirtschaftlichen und psychischen Folgen eines Einbruchs vermeiden will, der freut sich über eine gute Zahl: 2013 gab es 40% mehr „Einbruchsversuche“. Das weist darauf hin, das einbruchshemmende Maßnahmen immer mehr Einbrecher zum Aufgeben zwingen, da er entweder nicht schnell genug eindringen kann oder gleich von einer Alarmanlage vertrieben wird. Hier finden Sie weiterführende Informationen zum Thema Einbruchschutz.

Über Zeljko Crepulja

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