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Kriminalstatistik für 2015: 9,9 Prozent mehr Einbrüche

Eigentlich veröffentlicht Innenminister de Maizière die Polizeiliche Kriminalstatistik erst im Mai, doch der Zeitung Die Welt liegt sie bereits seit der vergangenen Woche vor. Und sie vermeldet nichts Gutes: 167.000 Einbruchsfälle für das Jahr 2015 – 9,9 Prozent mehr als 2014. Damals hatte man bereits vom höchsten Stand seit 15 Jahren gesprochen – und über verschiedene Konsequenzen nachgedacht, wie beispielsweise den Einsatz einer Software wie Precops, die Einbrüche vorhersagt. De Maizière hatte zudem das Bundeskriminalamt mit der Ausarbeitung eines Konzepts zur besseren Bekämpfung der Kriminalität beauftragt. Das scheint noch im Entstehen begriffen zu sein, betrachtet man die neuen Zahlen.


Traurige Sieger: Hamburg und Nordrhein-Westfalen


Besonders hart trifft es die Stadt Hamburg. Sie verzeichnet rund 20 Prozent mehr Einbrüche als im Vorjahr. In Nordrhein-Westfalen sieht das Ergebnis nicht glücklicher aus: 18 Prozent mehr Einbrüche. Polizei, Politik und Justiz scheinen die Einbruchskriminalität nicht in den Griff zu bekommen. Die Verurteilungsquote ist bei Einbruchsdelikten besonders gering. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass es sich bei den Einbrechern oftmals um organisierte Banden aus Ost- und Südosteuropa handelt, die vorher die Gegend auskundschaften, dann zuschlagen und über die offenen Grenzen wieder verschwinden. „Sie dringen sehr schnell ein in die Kommunen, begehen ihre Straftaten, übergeben die Diebesbeute an Dritte, sodass wir meistens das Nachsehen haben“, so Ulf Küch vom Bund Deutscher Kriminalbeamter gegenüber dem ZDF heute-journal. Er fordert, dass wieder mehr Kriminalpolizei ausgebildet wird und die Zusammenarbeit zwischen den Bundesländern künftig besser funktioniert. Auch der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, findet klare Worte. „In Deutschland ist Polizei und Justiz in den vergangenen 25 Jahren an den Rand der Handlungsunfähigkeit kaputtgespart worden“. Das habe Deutschland zu einem wahren Paradies für Einbrecher gemacht.


Kein Kriminalitätsanstieg durch Flüchtlinge und Asylbewerber


Schnell mehren sich in den heutigen Tagen die Stimmen, die Flüchtlinge seien schuld an der Misere. Dagegen spricht, dass die Flüchtlingszahlen vor allem im vergangenen Jahr gestiegen sind. Eine zunehmende Kriminalitätsbelastung der Ausländer setzte hingehen bereits etwa 2011 ein. Im November vergangenen Jahres hat das BKA bereits eine Lageübersicht „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ erstellt. Diese Übersicht zeigt die Tendenz, dass Flüchtlinge im Durchschnitt genauso selten oder häufig straffällig werden wie Vergleichsgruppen der hiesigen Bevölkerung. Überrepräsentiert sind Tatverdächtige aus Serbien, dem Kosovo und aus Mazedonien. Tatverdächtige aus Syrien und dem Irak sind hingegen unterrepräsentiert. Bundesinnenminister de Maizière erklärte dazu: "Die Tendenzaussagen des Lagebildes zeigen: Es gibt durch Asylbewerber und Flüchtlinge keinen überproportionalen Anstieg der Kriminalität.“


Statistisch problematisch


Polizeistatistiken sind ohnehin mit Vorsicht zu betrachten – denn sie zählen nicht die tatsächlich Verurteilten, sondern stets nur die Verdächtigen. Gerade beim Thema Einbruch ist das Risiko, gefasst und dann auch noch verurteilt zu werden, ausgesprochen gering. Hinzu kommt: In der Bevölkerungsstatistik, die als Grundlage dient, fehlen die nicht in der betreffenden Stadt gemeldeten Ausländer – neben Illegalen sind das auch Touristen, Geschäftsreisende und ausländische Berufspendler. Begeht jemand aus einer dieser Gruppen eine Straftat, wird das auf alle in der Statistik auftauchenden Nichtdeutschen bezogen. Das verzerrt die Zahl und führt dazu, dass „kriminelle Ausländer“ logischerweise mehr in Straftaten verwickelt zu sein scheinen.


Materielle und immaterielle Einbruchsfolgen


Eine durchwühlte Wohnung und ein immenser Schaden – das sind die sichtbaren Folgen eines Einbruchs. Sichtbar auch für die Hausratversicherer, die im vergangenen Jahr laut eigenen Angaben gegenüber der Welt am Sonntag rund eine halbe Million Euro für Einbruchsopfer gezahlt haben sollen. Fast noch schlimmer wiegt jedoch der Eingriff in die Privatsphäre und das Gefühl, im eigenen Haus nicht mehr sicher zu sein. Politik, Justiz und Polizei sind gefragt, Konzepte zu entwickeln, wie man diesem extrem negativen Trend steigender Einbrüche entgegenwirken kann. Und der Einzelne sollte beginnen, sich mehr Gedanken um die eigene Sicherheit zu machen und entsprechend vorzusorgen.


Wir beraten Sie gerne ausführlich zum Thema Einbruchschutz, Alarmanlagen und Hausabsicherung.

Über Corinna Klee

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